Bei größeren Löchern lohnt sich das Flickwerk meistens nicht, 16.10.2011

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Trocknung im Turm von außen unsichtbar / Wehrführer Walter Wolf weist auf Einsparpotenzial durch Schlauchreserven hin / Doppelhaspelsystem


Weithin sichtbar: Der 25 Meter hohe Schlauch-Trockenturm der Ahlener Feuerwehr-Hauptwache.
Bis zu 126 Schläuche finden im Trockenturm Platz.

Das Aussortieren von nicht mehr verwendbaren Schläuchen gehört ebenfalls zu den Aufgaben der Schlauchpflegestation, sowie auch kleinere Reparaturen. „Geringfügige Schäden können manchmal geflickt werden, doch bei größeren Rissen, Löchern oder Gewebeverschleiß lohnt sich der Aufwand nicht“, wissen Oberbandmeister Holger Lutz und Brandmeister Sascha Gutscha aus Erfahrung. Da sei es wirtschaftlicher, gleich einen neuen Schlauch zum Preis von ca. 100 Euro anzuschaffen. Geflickt wird nur noch selten mit einem speziellen Gerät. Allein bis zum Ende des Trocknens der Schadstelle vergehen oft bis zu eineinhalb Stunden.

Abgerechnet werden die in Ahlen erbrachten Leistungen übrigens mit dem Kreis Warendorf, dem die zentrale Schlauchpflege untersteht. „Durch den kreisweit vorgehaltenen Pool an Schläuchen konnten die Kosten der notwendigen Schlauchreserven für die Gemeinden deutlich reduziert werden. So brauchen die Kommunen nicht mehr eine 100-prozentige Schlauchreserve vorhalten. Jede Gemeinde lagert 30 Prozent der vorhandenen Schläuche ein und hat aus dem Pool ständig genügend Schlauchreserve zur Verfügung“,weist Wehrführer Wal- ter Wolf auf weiteres wesentliches Einsparpotenzial hin.

Gewaschen und geprüft nehmen die Schläuche am Ende der Prozedur im Pflegezentrum den Weg in den Schlauchturm. Eine vollautomatische Aufhängevorrichtung zieht sie – zum Abschied noch einen weitgefächerten Tropfenregen verbreitend – bis in die Turm- spitze, wo die frisch gewaschenen Schläuche gut belüftet baumeln. 126 Stück passen dort mit einem Male hinein, wobei sich das bunte Bild in den nächsten Jahren immer mehr vom Grau und Rot zum auf dem Vormarsch befindlichen leuchtenden „Neon-Gelb“ wandeln wird. Hauptbrandmeister Christian Römer: „Die Trockenzeit hängt von der Schlauchlänge, Gewebeart und Lufttemperatur ab.“ Nach diesem Vorgang können gleichzeitig zwei Schläuche mit dem Doppelhaspelsystem aufgerollt und anschließend eingelagert werden. - Bis zur Abholung durch eine der Wehren im Kreis und bis es für alle wieder nach altem Feuerwehrbrauch beim nächsten Einsatz heißt: „Gut Schlauch!“ 

 

Text und Fotos: (c) Rolf Kersting, Ahlener Zeitung